Schulstart nach den Ferien – so hilfst du deinem Kind, wieder reinzufinden

von Monika Meier

August 16, 2026
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Die Sommerferien sind vorbei. Statt Vorfreude: Widerstand, schlechte Laune, Bauchschmerzen. Wie schaffst du den Übergang?

Vielleicht kennst du das: Wochenlang war alles leicht. Dein Kind ist ausgeschlafen, gut gelaunt, spielt stundenlang draussen. Und dann – ein paar Tage vor Schulbeginn – kippt die Stimmung. Es wird zickig, weinerlich, klammert plötzlich wieder. Auf die Frage «Freust du dich auf die Schule?» kommt nur ein genervtes Schulterzucken. Und du stehst daneben und denkst: Es hat doch gerade noch alles gepasst.

Ich erlebe in meiner Praxis jedes Jahr im August dieselben Geschichten. Und ich kann dich beruhigen: Dein Kind stellt sich nicht an. Es steht vor einer echten Umstellung – und die ist grösser, als wir Erwachsenen sie oft einschätzen.

Warum der Schulstart nach den Ferien so schwer ist

In den Ferien lebt dein Kind in einer anderen Welt. Es steht auf, wann es mag. Es entscheidet selbst, was es tut. Es ist viel bei dir, spürt Nähe, hat kaum Leistungsdruck. Sein Nervensystem fährt herunter, es kommt zur Ruhe.

Und dann wird von einem Tag auf den anderen alles umgestellt: früh aufstehen, stillsitzen, zuhören, sich in einer Gruppe behaupten, Leistung zeigen. Dazu kommen Fragen, die im Hintergrund mitlaufen und die dein Kind dir oft gar nicht erzählt: Ist meine beste Freundin noch meine beste Freundin? Mag mich die neue Lehrperson? Bin ich immer noch gut genug in Mathe? Sitzt der, der mich letztes Jahr geärgert hat, wieder hinter mir?

Der Widerstand vor dem Schulstart ist selten Faulheit. Er ist meistens Unsicherheit. Und Unsicherheit zeigt sich bei Kindern fast nie als ruhiges Gespräch, sondern als Wut, als Rückzug, als Bauchweh oder als Trödeln am Morgen.

Was der Übergang mit deinem Kind – und mit dir – macht

Kinder spüren Anspannung im Körper, lange bevor sie Worte dafür finden. Deshalb sind Bauchschmerzen, Kopfweh, Einschlafprobleme oder plötzliches Zähneknirschen in den ersten Schulwochen so häufig. Der Körper macht sichtbar, was innen los ist.

Bei sensiblen Kindern kommt dazu, dass sie alles intensiver wahrnehmen: den Lärm im Schulhaus, den Geruch im Klassenzimmer, die Blicke der anderen. Was für ein robustes Kind ein normaler Schultag ist, kann für ein feinfühliges Kind ein Marathon sein. Am Abend ist dann nichts mehr übrig – und die Wut entlädt sich zuhause, wo es sicher ist.

Und du? Du bist oft selbst angespannt. Der Alltag zieht wieder an, die Morgen werden hektisch, du musst antreiben und drängen – und fühlst dich schlecht dabei. Wenn du merkst, dass ihr euch gegenseitig hochschaukelt, ist das kein Erziehungsversagen. Das ist ein Übergang, der Zeit braucht.

Schulübergang begleiten – Monika Meier Kindertherapeutin

Fünf Schritte für einen sanften Schulstart

  • Schritt 1: Den Rhythmus früh zurückholen – Stell die Schlafenszeit nicht am letzten Ferientag um, sondern schiebe sie über eine gute Woche in kleinen Schritten von je 15 Minuten nach vorne. Ein ausgeschlafenes Kind hat deutlich mehr Kraft für Neues.
  • Schritt 2: Vorfreude statt Ermahnung – Sätze wie «Jetzt ist der Ernst des Lebens wieder los» erzeugen Druck. Sprich stattdessen über das, was schön werden kann: die Gspänli wiedersehen, der Turnunterricht, das Znüni im Pausenhof.
  • Schritt 3: Gemeinsam vorbereiten – Lasst den Schulsack zusammen packen, das Etui füllen, das Znüni auswählen. Alles, was dein Kind selbst mitentscheiden darf, gibt ihm ein Stück Kontrolle zurück – und Kontrolle ist das beste Gegenmittel gegen Angst.
  • Schritt 4: Bekanntes wiederherstellen – Verabredet euch vor Schulbeginn mit einem Kind aus der Klasse. Geht den Schulweg einmal ab. Vertrautheit senkt die Anspannung viel wirksamer als jedes gute Zureden.
  • Schritt 5: Nach der Schule erst ankommen lassen – Frag nicht sofort «Wie war’s?». Gib deinem Kind eine halbe Stunde, ein Znüni, etwas Ruhe. Erzählt wird meistens später – beim Spielen, beim Autofahren, beim Zubettgehen.

Schulangst nach den Ferien – Monika Meier Kindertherapeutin

Wenn der Widerstand nicht nachlässt

In den allermeisten Familien beruhigt sich die Lage nach zwei bis drei Wochen. Der Rhythmus greift, die Gspänli sind wieder da, der Alltag trägt.

Manchmal aber wird es nicht besser – sondern schlimmer. Die Bauchschmerzen kommen jeden Morgen. Dein Kind weint schon am Sonntagabend. Es will nicht mehr aus dem Haus, findet immer neue Gründe. Dann steckt hinter dem Schulstart meistens etwas Älteres: eine unangenehme Erfahrung aus dem letzten Schuljahr, ein Erlebnis mit einer Lehrperson, eine Ausgrenzung in der Pause, ein Prüfungsmoment, in dem sich dein Kind blossgestellt gefühlt hat.

Solche Erlebnisse verschwinden nicht, nur weil Ferien dazwischen liegen. Sie warten. Und wenn die Schule wieder beginnt, sind sie sofort präsent.

Genau hier setze ich in meiner Arbeit an. In der ursachenorientierten Hypnosetherapie schauen wir gemeinsam mit deinem Kind – in einem sicheren, entspannten Zustand – nach dem ursprünglichen Moment, in dem die Anspannung entstanden ist. Nicht, um darin herumzurühren, sondern um ihn zu entlasten. Mit Elementen aus dem NLP entstehen daraus neue innere Bilder: Ein Kind, das den Schulweg bisher mit einem Kloss im Bauch verbunden hat, kann ihn allmählich anders erleben. Kinder sprechen darauf oft erstaunlich schnell an, weil ihre Vorstellungskraft noch so lebendig ist.

Fazit

Der Schulstart nach den Ferien darf holprig sein – für dein Kind und für dich. Mit Rhythmus, Vorbereitung und ein bisschen Geduld findet ihr in den meisten Fällen von selbst wieder in den Tritt. Und wenn der Widerstand bleibt, ist das kein Grund zur Sorge, sondern ein Hinweis: Da ist etwas, das gehört werden möchte.

Jetzt Unterstützung holen

Wenn du merkst, dass dein Kind seit Schulbeginn nicht mehr zur Ruhe kommt, und du das Gefühl hast, mit gutem Zureden allein kommst du nicht weiter – dann melde dich einfach. Wir schauen gemeinsam in Ruhe an, was dein Kind gerade braucht. Ganz unverbindlich.

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Monika Meier
Monika Meier 

Monika Meier ist Kindertherapeutin und Familienbegleiterin. Ihre Spezialgebiete sind Wut und Ängste bei Kindern, Schulstress und Blockaden, Mobbing und Familienharmonie. Wenn dein Kind leidet oder die Familie mit Themen belastet ist, unterstützt dich Monika optimal - für ein harmonisches Miteinander.